Praxis
Fotobox selber machen: was ein Tablet kann und was nicht
Eine gemietete Fotobox kostet pro Abend mehrere hundert Euro. Ein Tablet kostet nichts extra. Was du dafür bekommst, wo der Unterschied wirklich liegt und wann sich die Miete trotzdem lohnt.
Eine Fotobox zu mieten kostet je nach Anbieter und Region meist zwischen 300 und 500 Euro für einen Abend, plus Aufbau, plus einen Termin, zu dem jemand kommt und wieder abholt. Ein Tablet, das ihr ohnehin habt, kostet nichts extra. Die Frage ist also nicht, ob es billiger geht. Die Frage ist, was ihr dabei verliert und was nicht.
Ein Tablet, ein Browser, fertig ist die Box
Technisch ist eine Fotobox erstaunlich wenig: eine Kamera, die auf die Leute zeigt, ein Countdown, den man von drei Metern lesen kann, mehrere Aufnahmen hintereinander und eine Auswahl danach. All das kann ein Browser. Du stellst ein Tablet hin, öffnest die Adresse deines Albums darauf, erlaubst einmal die Kamera, fertig. Keine App, kein Konto auf dem Gerät, kein Login für deine Gäste.
Der Rest der gemieteten Box ist Gehäuse, Ringlicht, Requisitenkiste, ein Drucker und eine Person, die danebensteht. Über die lohnt es sich, einzeln nachzudenken: Die sind nämlich nicht alle gleich wichtig.
Das Licht entscheidet
Von den genannten Dingen macht das Licht den größten Unterschied. Eine Frontkamera in einem abgedunkelten Saal um 23 Uhr liefert ein körniges Bild, und daran ändert kein Softwaretrick etwas. Wenn ihr eine Sache aus dem Fotobox-Zubehör nachbaut, dann diese: eine helle Lampe, die von vorn auf die Leute zeigt, nicht von der Decke und nicht von hinten. Eine gewöhnliche Stehlampe mit einem hellen Schirm reicht dafür weiter, als man denkt.
Der zweite Unterschied ist der Drucker. Wer den Streifen zum Mitnehmen will, braucht wirklich eine gemietete Box. Das ist der eine Punkt, an dem ein Tablet nichts anzubieten hat. Die Requisitenkiste dagegen stellt ihr für zwanzig Euro selbst zusammen, und die Person, die danebensteht, ersetzt ein Satz auf dem Startbildschirm.
Was hinten rauskommt
Was dabei herauskommt, ist genau der Ausschnitt, den ihr auf dem Bildschirm gesehen habt. Die Box speichert nicht heimlich ein anderes Bild als das, für das ihr euch hingestellt habt. Die Größe hängt am Gerät und liegt bei rund zwei bis acht Megapixeln: auf einem iPad gemessene zwei, auf Tablets mit größerem Sensor deutlich mehr. Für das Album, das Handy und die Leinwand ist das in jedem Fall reichlich; für ein großes Poster an der Wand ist es knapp. Wer die Bilder später drucken will, sollte das vorher wissen und dann eher auf die Fotos aus den Handys der Gäste setzen, die durch dasselbe Album laufen und deutlich größer sind.
Ein Nebeneffekt, den kaum jemand auf dem Zettel hat: Bilder aus einer Browser-Kamera tragen keine Aufnahmedaten. Kein Ort, keine Koordinaten, keine Gerätenummer. Bei Fotos aus Handys ist das anders: Die bringen solche Daten mit, weshalb wir sie aus allen veröffentlichten Fassungen entfernen.
Drei Arten, wie die Station stirbt
Der Bildschirm geht aus. Ein Tablet schläft nach ein paar Minuten ein, und dann steht da eine schwarze Scheibe, an der niemand mehr etwas antippt. Unsere Fotobox-Seite hält den Bildschirm wach, soweit das Gerät es zulässt. Verlass dich aber nicht allein darauf: Netzteil anschließen und in den Systemeinstellungen die Bildschirmsperre hochsetzen.
Jemand verlässt die Seite. Ein Tablet in einem Raum voller Leute ist ein Tablet, auf dem irgendwann jemand herumtippt. Dagegen gibt es in beiden Systemen genau die richtige Funktion: „Geführter Zugriff" auf dem iPad (in den Bedienungshilfen), App-Pinning auf Android. Beides nagelt das Gerät auf die eine Seite fest, bis du es mit einem Code wieder freigibst. Zwei Minuten beim Aufbauen, und aus einem möglichen Problem wird eine Station.
Die Kamerafrage kommt zur falschen Zeit. Der Browser fragt einmal, ob er die Kamera benutzen darf. Diese Frage soll dir gestellt werden, während du das Gerät aufstellst, nicht dem ersten Gast, der es um 21 Uhr in die Hand nimmt und dann rät.
Der richtige Platz
Die Box steht auf Brusthöhe, mit etwas Abstand zur Wand und nicht gegen ein Fenster. Und nicht dort, wo ohnehin etwas los ist: Eine Fotobox neben der Tanzfläche wird übersehen, eine neben dem Gästebuch oder auf dem Weg zur Bar nicht. Dort steht sowieso alle paar Minuten jemand herum und wartet.
Der Moment, in dem das Tablet die Miet-Box schlägt
Eine gemietete Box schreibt auf eine Speicherkarte. Was darauf ist, seht ihr in der Woche danach. Bei uns liegen die behaltenen Bilder Sekunden später im selben Album wie alle Handyfotos des Abends. Und wenn eine Live-Wall läuft, hängen sie kurz darauf groß im Saal. Genau das ist der Moment, der die nächste Gruppe zur Box schickt.
Vorher bezahlen, nicht mitten in der Schlange
Die Bilder der Fotobox sind ganz normale Uploads und zählen mit zu den zehn kostenlosen. Wenn ihr die Box am Abend aufstellt, ohne das Event vorher freigeschaltet zu haben, ist nach dem ersten Durchgang Schluss: mitten in der Feier, an dem Gerät, an dem gerade eine kleine Schlange steht. Also vorher bezahlen, nicht nachher.
Die Fotobox ist ab dem Premium-Tarif enthalten. Hier ist ein echtes Album zum Durchklicken.